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11 November 2008

Das Bild is meins...

...und die GEO wills!

http://www.geo.de/GEO/fotografie/foto-des-tages/58789.html?t=img&p=2&pageview=

"Fürsorgliche Belagerung"

Die Baustelle vor der Haustür wird nicht fertig. Die Straße soll nun schon seit sechs Monaten neu gemacht werden. Schon mal so ein Projekt vor der Haustür gehabt? Im Herbst? Bei einem durchschnittlichem Niederschlag von 134 mm im Herbst. In Thüringen. Ist jedem zu empfehlen. Wirklich. Denn seit Wochen fühl ich mich, als lebte ich in einem Comicheft. Ja. Täglich der ängstliche Blick Richtung Gläserwand, ob doch noch welche zur Benutzung zur Verfügung stehen („klirr“), täglich der Griff zu den Aspirins weil das dauernde Dröhnen von draußen den Weg in meinen Kopf gefunden hat („uuahhhhhh“), täglich Schuhe die vor Dreck stehen, da es einen Gehweg hier auch nicht mehr gibt und man so durch ein regengetränktes Gemisch aus Erde, Sand und Herbstresten den Weg zur Uni oder Norma und zurück waten muss („flatsch flatsch“). Das kann sich auch gut und gerne noch eine Weile so hinziehen, da in der Nachbarschaft eine kriegsähnliche Auseinandersetzung darüber ausgebrochen ist („peng“ „puff“ „pow“), ob der Dreck mit Kleinstmosaik- oder Blocksteinpflaster bedeckt werden soll. Mittlerweile ist auch eine mail vom Vermieter auf dem Bildschirm gelandet, die die Bitte enthält, täglich den Hausflur zu bohnern, damit der Linoleumbelag keinen Schaden durch den hereingetragenen und getrockneten Schmutz nimmt („kratz“). Nun ja… Besuch wird eher selten in letzter Zeit. Der Weg lohnt sich ja auch nicht wirklich. Unterhalten ist nicht drin. Dafür aber Ohropax. Das einzige was locken könnte, wäre das Gefühl mal ein Erdbeben miterlebt zu haben. Das gibt hier jetzt alle zehn Minuten („rüttel“ und „schüttel“). Aber wird nach dem zehnten oder zwanzigsten Mal auch langweilig („gähn“).

Dennoch hab ich was gelernt, als ich beim kochen den Blick mal aus dem Fenster gerichtet habe: es gibt extrem viele Männer in unserer Straße. Große und kleine. Alte und Junge. Schöne und nicht so schöne. Alles und davon viele. Und alle kommen mit der digitalen Kamera raus und freuen sich, dass sie Bagger, Lkw und Dampfwalze aus der Nähe sehen und fotografieren können („sabber“ und „seufz“). Zum Greifen nah quasi. Und das Leuchten in den Augen strahlt bis in meine Küche. Also nix mit Heidi Klum, Gisele Bündchen und Co.. Nee nee… wir Frauen sollten einfach ein bisschen mehr von einer Dampfwalze haben, wenn wir demnächst ein bisschen mehr Aufmerksamkeit wünschen.


Titel: Fürsorgliche Belagerung

Autor: Heinrich Böll

Verlag: dtv

Preis: € 10

07 November 2008

Vertrauen ist gut...

"Unentschlossen"

Da sollte man eigentlich die Arbeit wieder voller Elan aufnehmen, um die letzten Monate noch glimpflich rumzubekommen, statt dessen wird man zum Serienjunkie und klebt Erinnerungen auf kleine Pappkartons um sie irgendwann in naher Zukunft wieder rauszuholen und sich zu wünschen man wäre wieder dort, zu der Zeit an dem Ort. Stattdessen übt man sich in Fingerakrobatik auf der Tastatur, die noch nichts von Ergonomie gehört hat und deren Anschlag so hart ist, das Krämpfe in den kleinen Fingern die Folge sind. Stattdessen findet man vieles was erledigt werden muss: das Dach repariert, die Grippeimpfung abgeholt, die Weihnachtseinkäufer erledigt, die Wohnung aufgeräumt werden. Vieles findet man- nur die Motivation nicht und jede getroffene Entscheidung scheint die falsche zu sein. Immerhin eines ist gelernt: es gibt auch ein Zuviel an Kaffee.

Titel: Unentschlossen

Autor: Benjamin Kunkel

Verlag: Berliner Taschenbuch Verlag

Preis: € 9,90

31 Oktober 2008

Da, wo die Freiheit grenzenlos zu sein scheint

"Nimm zuerst ein kleines Boot"

Nachdem der goldene Oktober seinem Namen alle Ehre gemacht hat und meine Laune umgekehrt proportional zu den steigenden Temperaturen gesunken ist, da hier noch eine wissenschaftliche Arbeit lag, die geschrieben werden musste aber nicht wollte, ging es dann doch noch für ein paar Tage in den Norden, um dort die Meeresluft zu genießen und die Füße abwechselnd in den Sand zu stecken oder einfach hochzulegen und die Seele baumeln zu lassen. Zwar bedurfte es starker Nerven, um sich beim Parkplatzdarwinismus durchzusetzen und etwas Geduld, um im ländlichen Gebiet auf eine Tankstelle einrollen zu können, aber letzen Endes war ich Hausbesitzerin für zehn Tage. Charmant trifft es am besten, wenn man Küste und Leute beschreiben soll. Und so hat man auch anekdotenhaft alles mitgemacht, was man dort oben mal erlebt haben sollte: Dem Hasen und dem Igel beim Wettlauf zugesehen, den Turm auf eigene Gefahr betreten, Spuren im Sand hinterlassen, Schafsmist an den Füßen gehabt, Möwenmist auf dem Kopf, in der Kiss and Ride Zone Halt gemacht, den Geschmack von Kaffee kennen gelernt, mit undichten Gummistiefeln im Watt gewesen, den Sonnenuntergang im Rückspiegel gehabt, Urlauber auf den vorbeifahrenden Passagierschiffen nicht beneidet, vor der kommenden Flut davongelaufen, die Sonne in den Händen und im Herzen getragen, im Gegensatz zur Fledermaus an der Frontscheibe die Todestrecke überlebt, Spanisch gelernt, die unterschiedlichsten Fischbrötchen gegessen, den Regenbogen in der Alster ertappt, Schiffsbusse als unpassendes Verkehrsmittel befunden, in der Speicherstadt die Kamera verstehen gelernt, Hängebauchschweinen den Rücken gekratzt, von Rehen die Hände geleckt bekommen, erkannt, dass ein Rabe als Haustier mich überlebt, vom Morgentau abgelenkt, das Auto auf der falschen Seite der Zugbrücke gelassen, die Möwe im Flug erwischt, den Froschkönig gefunden, vom Schietwetter beim Golfen unterbrochen und über den Deich gesprungen.

Heimweh gab es nicht. Chapeau.


Titel: Nimm zuerst ein kleines Boot

Autor: Richard Bode

Verlag: Diana Taschenbücher

Preis: gefunden

08 Oktober 2008

Weit weg

"Gefühltes Wissen"

Ich denke, dass man Erdnussflips nicht verdaut. Sie gehen auch nicht auf die Hüften, oder in den Hintern oder in die Beine. Die bleiben einfach im Magen. Und werden mikroskopisch klein. Vor zehn Monaten hatte ich eine Magen- Darm- Grippe und das letzte, was ich davor gegessen hatte, waren Erdnussflips. Seitdem stoße ich ungefähr einmal die Woche drauf auf. Also werden die nicht verdaut. Ich glaube, das ist wie bei den Kindern, die Haare essen. Haare sammeln sich auch im Magen. Seht ihr: http://www.ehrensenf.de/linktipps/haare-im-magen Und so ist das auch mit Flips- ganz klein im Magen werden sie immer mehr und wenn die groß genug sind, kommen die raus und werden dann bei real verkauft. Iggitiggit. So ist das!


Titel: Gefühltes Wissen

Autor: Horst Evers

Verlag: rororo

Preis: € 7, 95